Über das Projekt

Foto: Himmelbeet
Foto: Himmelbeet

Das Projekt GartenLeistungen hat das Ziel, die Bedeutung und den Wert von öffentlichen Grünflächen für eine nachhaltige Stadtentwicklung zu untersuchen.

 

Es erfasst die vieldimensionalen Leistungen urbaner Gärten, Parks und Grünflächen für die Stadtgesellschaft und leitet daraus Handlungsempfehlungen für Städte und zivilgesellschaftliche Akteure ab. So werden Stoffströme wie Wasser, Biomasse, Nahrungsmittel und Energie untersucht, Ökologische Auswirkungen werden betrachtet, zum Beispiel auf das Stadtklima oder die Biodiversität. Auch soziale Faktoren wie die Steigerung der Lebensqualität, sozialer Austausch, Integration, Partizipation und transformatives Lernen werden quantifiziert und auf Grundlage partizipativer Bewertungsverfahren evaluiert. Im Kampf um urbane Flächen sollen die vielfältigen Effekte solcher Flächen stärker herausgestellt und verdeutlicht werden.

 

Gemeinsam mit den Städten Stuttgart und Berlin sowie in Zusammenarbeit mit einer Auswahl von innovativen Parkprojekten, Urbanen-Garten-Initiativen, Dachgartenakteuren, traditionellen Kleingartenkolonien und technologisch avancierten Wasseraufbereitungsprojekten wird das entwickelte Analyseinstrumentarium auf konkrete Fallbeispiele angewendet und mit Aktiven, Nutzerinnen und Nutzern sowie Verwaltungen diskutiert. Dabei sollen Handlungsstrategien zur Sicherung und Entwicklung städtischer Gärten und Grünräume entwickelt werden, die dann gegebenenfalls in einer angeschlossenen Implementierungsphase umgesetzt und verstetigt werden können. 

 


Laufzeit

April 2019 - März 2022

Förderung

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Fördermaßnahme „Ressourceneffiziente Stadtquartiere für die Zukunft (RES:Z)" gefördert.

Deren Ziel ist es, Wissen zu generieren, damit Entscheidungs- und Handlungsträger die Aufgaben der Zukunftsvorsorge unter Beachtung ökologischer, ökonomischer und sozialer Belange besser wahrnehmen können. Des Weiteren soll Ressourceneffizienz in den Stadtquartieren erhöht und ein auf Dauer angelegtes Transformationsmanagement unterstützt werden. Mit dieser Fördermaßnahme werden interdisziplinäre und transdisziplinäre Forschungsansätze gefördert, die auf Quartiersebene umsetzorientierte Konzepte erarbeiten und erproben. 

Förderkennzeichen 033W107A-J


Projektdesign

Arbeitspaket 1: Projektkoordination, Netzwerkbildung und Betreuung der Reallabore (IÖW)

 

Arbeitspaket 2: Akteurs- und Governance-Analyse (ZIRIUS, IÖW, anstiftung)

 

Arbeitspaket 3: Reallabore/Fallbeispiele (ZIRIUS, TUB, Grün Berlin, TERRA URBANA, himmelbeet, InselGrün, Stadt Stuttgart, IÖW, Senatsverwaltung Berlin, anstiftung)

 

Die Reallabore bilden den anwendungsorientierten Kern des Projektes. Eine vorgeschaltete Akteursanalyse (AP 2) liefert praktische Voraussetzungen für die gezielte Ansprache und Einbeziehung der relevanten Akteure (in AP 3). Die konzeptionellen Grundlagen für die Arbeit in den Reallaboren werden von ZIRIUS erarbeitet und allen Reallaboren zur Verfügungen gestellt.

 

3.1 Mobile blau-grüne Infrastruktur
Das AP 3.1 ist als Querschnittsarbeitspaket konzipiert. TU Berlin und TERRA URBANA erarbeiten mit den Reallaboren Himmelbeet, Grün Berlin und InselGrün in einem partizipativen Prozess innovative technische Ansätze für eine nachhaltige blau-grüne Infrastruktur als Querschnittstechnologien zum kombinierten Wasser- und Farmmanagement.

 

3.2 Reallabor Garten Berlin – Himmelbeet
Unter Einbezug von Nutzern und Verwaltungsakteuren werden konkrete Handlungs- und Kommunikationsstrategien erarbeitet und daraus resultierende dynamische Quartiersprozesse begleitet - insbesondere den anstehenden Umzug des Gemeinschaftsgartens himmelbeet innerhalb des Quartiers rund um den Weddinger Leopoldplatz. Außerdem soll das Potential urbaner Gemeinschaftsgärten zur lokalen Nahrungsmittelbereitstellung untersucht werden, womit Aspekte der Landwirtschaft in der Stadt erlebbar gemacht und zugleich Einnahmen zur Deckung der Grundkosten generiert werden sollen.

3.3 Reallabor Parks GrünBerlin – Innovative, multifunktionale Parks gemeinsam (weiter-) entwickeln
Städtische Parks und Grünanlagen können für die Stadtgesellschaft mehr bereitstellen als Bäume, Wiesen und Parkbänke: Häufig gilt es, vielfältige und sich teilweise widerstrebende Nutzungsansprüche miteinander in Einklang zu bringen: Die klassische Erholungsnutzung mit Sport- und aktiven Freizeitnutzungen, Begegnungs- und Bildungsräumen, Gastronomie, Naturschutz und Gemeinschaftsgärten sowie angrenzenden Wohn- und Gewerbeflächen. In den vorgesehenen Reallaboren werden diese Wünsche der Stadtgesellschaft an konkrete in Planung befindliche Parks oder an bereits bestehenden von der Grün Berlin GmbH bewirtschafteten Parkanlagen herausgearbeitet, diskutiert und abgewogen.

 

3.4 Reallabor Garten Stuttgart – Inselgrün und stadtweites Förderprogramm für urbane Gärten
Aufgrund der Bauplanungen des neu entstehenden Stadtviertels Neckarpark ist der Erhalt des Nachbarschaftsgartens gefährdet. Es stellt sich die Frage, ob Inselgrün über das Jahr 2019 hinaus erhalten bleiben kann und wenn ja, in welcher Form. Mit Unterstützung des Forschungsprojektes GartenLeistungen wird Inselgrün u.a die möglichen positiven Abstrahlwirkungen auf die Grünflächen im neuen Quartier und Optionen der Weiterführung untersuchen.

 

Arbeitspaket 4: Leistungen von Gärten und Parks für die Stadtgesellschaft (IÖW, TUB, ZIRIUS, HUB)

 

Dieses Arbeitspaket analysiert die vieldimensionalen Funktionen und Leistungen, die urbane Gärten und Parks für die Stadtgesellschaft zur Verfügung stellen. Dabei quantifiziert das Forschungs- und Praxisteam u.a.:
Wirkungen auf Stoffströme innerhalb der Stadt: Rückhalt, Reinigung und Verdunstung von Wasser, Filterung von Luftschadstoffen, Bindung von Kohlenstoff, Erzeugung und Recycling von Biomasse sowie die mit Gartennutzungen und Parkanlagenunterhaltung verbundenen bzw. dadurch einzusparenden Energieflüsse,
Auswirkungen auf das Stadtklima auf mikro- bis mesoskaliger Ebene unter Berücksichtigung potenziell großräumiger Verbundeffekte vernetzter Grünstrukturen,
die Kapazität urbaner Gärten, Nahrungsmittel für die Stadtbevölkerung bereitzustellen und damit potenziell über den Lebensmittelmarkt bereitgestellte Nahrungsmittel zu substituieren,
die sozialen Funktionen urbaner Gärten und Parks als Orte des generationen- und milieuübergreifenden Austausches sowie der interkulturellen Begegnung und Integration.

 

Arbeitspaket 5: Erweiterte ökonomische Bewertung urbaner Gärten und Parks sowie konkurrierender Flächennutzungen (IÖW)

 

Das IÖW verwendet ein Set verschiedener ökonomischer Bewertungsmethoden für die identifizierten und quantifizierten Ökosystemleistungen. Zur Bewertung der kulturellen Ökosystemleistungen von Gärten und Parks wird eine repräsentative Befragungsstudie durchgeführt.

Arbeitspaket 6: Potenzialanalyse zum gesamtstädtischen/bundesweiten Up-scaling der Fallbeispiele (TUB, ZIRIUS, anstiftung, IÖW)

 

Aufbauend auf den Ergebnissen aus Arbeitspaket 5 werden die Potenziale zu einem stadt- und bundesweiten Up-scaling der Ergebnisse untersucht.
 

Arbeitspaket 7: Weiterentwicklung städtischer Planungs-, Verwaltungs- und Partizipationsansätze (Stadt Stuttgart, Grün Berlin, Senatsverwaltung Berlin)

 

Um kommunale Akteure zu befähigen, die Leistungen von urbanen Gärten für ein nachhaltiges Flächenmanagement stärker zu berücksichtigen, bedarf es die Weiterentwicklung städtischer Planungs-, und Verwaltungsansätze. Hierzu werden, aufbauend auf bereits vorliegenden Konzepten und Planungsdokumenten in Stuttgart und Berlin sowie unter Einbezug der in den Reallaboren und weiteren laufenden Prozessen gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse integrierte Gesamtkonzepte zur Sicherung und Förderung sowohl traditionsreicher als auch innovativer Garten- und Parkprojekte entwickelt.

 

Arbeitspaket 8: Kommunikation der Projektergebnisse (IÖW, anstiftung, alle)